
Einigung mit Aston Villa naht
Stürmersuche: Heute soll die Entscheidung fallen. Milan Baros schaute sich gestern schon in Hamburg um - heute erstes Testspiel mit Guerrero und Kompany beim LSK.
Hamburg -
Es war ein kurzer Trip. Schließlich gab es nicht mehr viel zu besprechen. Trotzdem schaute sich Milan Baros, seines Zeichens vom HSV umworbener tschechischer Nationalspieler, gestern einen halben Tag lang seine potentiell neue berufliche Heimat an. Zusammen mit Sportchef Dietmar Beiersdorfer tourte er durch Hamburg, während HSV-Boss Bernd Hoffmann samt Vorstandsfrau Katja Kraus den Transfer in Birmingham mit Aston Villa verhandelte. "Am Dienstag wird eine Entscheidung fallen", so Baros-Berater Pavel Paska.
Alles deutet darauf hin, daß neben dem Ex-Bayern Paolo Guerrero heute der zweite neue Angreifer verpflichtet wird. Auch wenn sich Kraus noch etwas zurückhaltender gibt. "Wir haben uns getroffen, aber eine Entscheidung für heute ist etwas ambitioniert." Bei den Forderungen sind die Engländer inzwischen unter den ursprünglich geforderten 15 Millionen bei rund 12 Millionen Euro angelangt, der HSV bietet acht Millionen.
Bereits nach der WM hatte Baros seinen Landsmann und HSV-Profi David Jarolim von seinen Wechselabsichten an die Elbe informiert. "Er hat von allem geschwärmt. Stadt, Stadion und Atmosphäre", sagt Jarolim, "und er wäre eine echte Verstärkung."
Zudem gerade noch rechtzeitig. Zum Trainingslagerbeginn hatten sich Trainer Thomas Doll und Beiersdorfer festgelegt, sollte der Neue verpflichtet sein. Erstens, um Baros so die Möglichkeit der Integration und Gewöhnung ans neue Umfeld zu geben. Und zweitens, damit sich die Mannschaft einspielen kann. "Es ist dann zwar ein später Transfer", sagt Beiersdorfer, "aber ausreichend Zeit, um sich zu gewöhnen. Ich sehe kein Problem."
Einer, der weiß, wie es ist, wenn man spät zum Team stößt, ist Thimothee Atouba. Der Kameruner legte nach seinem Wechsel von Tottenham Hotspur in der vergangenen Saison beim HSV einen Kaltstart hin, debütierte nur vier Tage nach seiner Vertragsunterschrift im UI-Cup gegen Leiria. "Ich habe mich hier sehr schnell zurechtgefunden", sagt Atouba, der gestern aus seinem Sonderurlaub zur Mannschaft stieß, "und ich bin mir sicher, daß es für die Neuen genauso wird."
Wie die Saison verlaufen wird, vermochte der 24jährige nicht zu sagen: "Normal wäre es, besser als letzte Saison sein zu wollen. Aber das wird ziemlich hart. Ich muß die Vorbereitung abwarten, bevor ich etwas dazu sage."
Ruhig ist bislang auch Nigel de Jong. Der Niederländer war in der letzten Winterpause nach Hamburg gekommen - und konnte nicht vollends überzeugen. "Ich hatte ein schweres halbes Jahr", so der ehemalige Profi von Ajax Amsterdam, "mich haben Verletzungen immer wieder zurückgeworfen." Auch diese Saison? Bislang konnte der Nationalspieler nicht mittrainieren, absolviert ein Sonderprogramm mit Reha-Trainer Markus Günther. "Ich habe noch Flüssigkeit im Knie", so de Jong, dem große Ziele vorschweben: "Meine Position ist das Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff. Den gegnerischen Spielmacher rauszunehmen, das liebe ich."
Auch wenn heute (19 Uhr, Wilschenbruchstadion) beim Test gegen den Lüneburger SK nur er, Atouba und Oliver Hampel fehlen werden, gibt sich der 21jährige zuversichtlich: "Bis zum Trainingslager pausiere ich noch - aber dann greife ich an."
Und das dann wohl schon zusammen mit Milan Baros.
Quelle: Abendblatt.de

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