2006-07-13


Heute wird er echter Hamburger!
Den Peruaner ziehts wohl nach Eidelstedt

Die leichte Oberschenkelverhärtung, mit der er wenige Minuten vor seinen Kollegen vom Trainingsplatz schlurfte, wird ihn nur kurz in seinem Tatendrang bremsen. Paolo Guerrero ist im Zeitplan. Mit seinem Treffer zum 1:0-Testsieg in Lüneburg sorgte der vom FC Bayern gekommene Neuzugang für den ersten, wenn auch kleineren Hingucker der Vorbereitung. Heute nun wird der Angreifer so richtig in seiner neuen Heimat eingebürgert - damit sich der "Krieger" endlich zu Hause fühlen kann.

Erst die neue Bude, dann der Stammplatz. Guerreros Fahrplan steht. Und führt ihn heute nach Eidelstedt. Eine weitere Hausbesichtigung steht an. Gibt der 22-Jährige sein Okay, hat er seine neue Bleibe gefunden. Bislang wohnte er im Hotel "Gastwerk", nun aber wirds Zeit, umzuziehen. Mama Petronila ist zwar schon wieder nach Peru zurückgekehrt, doch in Kürze kommt Paolos Freundin aus München. "Deshalb möchte ich auch ein Haus haben", erklärt Guerrero. "Alles andere wäre mir zu klein."

Mit der Ankunft seiner "Novia" ist Paolo dann auch eine ganz große Sorge los: "Ich kann nicht kochen", gibt er mit einem verlegenen Grinsen zu verstehen. Die Restaurantbesitzer Eidelstedts dürfen sich vorerst noch auf prominenten Besuch einstellen. Ein echter Krieger hat schließlich immer Hunger. Sein Einstandstor war dann auch nicht mehr als ein Appetithäppchen. "So ein Tor ist immer gut, weil es Selbstvertrauen gibt", weiß Guerrero. "Aber es kann nur der Anfang gewesen sein." Zumal schon in den kommenden Tagen Konkurrenz einschweben wird. "Wenn es Milan Baros wird, wäre das gut", erklärt der selbstbewusste Peruaner. "Warum soll ich vor irgendjemandem Angst haben?" Da wähnt sich einer gerüstet für den Kampf, der künftig auf ihn und Benny Lauth zukommt. Nur einer von beiden wird den Platz neben dem neuen Sturmführer einnehmen können.

Heute, beim Test in Itzehoe (19 Uhr, Stadion Lehmwohld), wird Guerrero wohl keine weiteren Argumente abliefern dürfen. Nach der eingehenden Untersuchung bei Dr. Finkenstaedt muss der "Tor-Krieger" ein, zwei Tage kürzer treten. Danach will er wieder angreifen. Das Trainingslager im österreichischen Going (ab Montag) soll als weiterer Streckenabschnitt für den Sprung in die Startelf dienen. Zubeißen heißt die Devise. Auf dem Platz. Und schon bald auch endlich in der eigenen Küche.

Quelle: Morgenpost