2006-07-15

NÄCHSTER BLUFF UM BAROS

Ellis munteres Pokerspiel

Villa-Boss erklärt Gespräche für beendet

Der Mann hat in seinem Leben schon so einiges mitgemacht. 82 Lenze vereint Doug Ellis auf seinem Buckel. Und er weiß, gutes Benehmen zur Schau zu stellen. Einen "Gentleman der alten, englischen Schule" sieht HSV-Klubboss Bernd Hoffmann in seinem Pendant Aston Villas. Nichts bekannt ist hingegen über die Qualitäten des Pokerspielers Ellis. Zumindest setzt er Zeichen. Immer mal wieder. Nun erklärte er die Verhandlungen über einen Transfer Milan Baros kurzerhand für beendet. Ein Bluff, da sind sie sich in Hamburg sicher.

Ellis oder der HSV - wer hat den längeren Atem? "Die Deutschen wissen Milans Qualitäten offenbar nicht zu schätzen", ließ Ellis verlauten. "Anders ist ihr Angebot nicht zu verstehen." Umgerechnet 14 Millionen Euro möchte Villa einstreichen. Knappe neun bot der HSV bislang. Was man von Ellis Ansagen zu halten hat, weiß man allerdings seit der Vorwoche. Damals stellte er auf der klubeigenen Homepage klar, Baros fühle sich in Birmingham wohl, ein Wechsel sei kein Thema - fünf Tage später begrüßte Ellis Hoffmann im Klubrestaurant "Cornerflag" zum Verhandlungsgipfel.

Thomas Doll jedenfalls ist darauf vorbereitet, dass der Poker noch eine Weile andauert. "Davon gehe ich aus", sagt er, ohne den Namen Baros zu nennen. "Wir hätten unseren neuen Stürmer gern ab Montag im Trainingslager dabei. Aber es ist ja ein ziemlich großer Transfer. Man muss Geduld haben."

Es spielt dem HSV in die Karten, dass Villa-Coach David O'Leary allmählich rummault. "Ich weiß noch immer nicht, wie viel Geld uns für Transfers zur Verfügung steht", sagt der. "Es hängt auch von Baros ab."

In ein paar Tagen werden O'Leary und Ellis über einige Millionen mehr verfügen. Schon am Wochenende soll das nächste Angebot aus Hamburg eintrudeln. Pokerspieler Ellis wird es annehmen. Bevor er leer ausgeht. Mit 82 Jahren erkennt man, wann ein Blatt ausgereizt ist.

Quelle: Mopo