Romeo träumt vom goldenen Tor gegen die alten Kameraden
Ex-Hamburger gebührt wohl nur die Jokerrolle
Nachdem der Bus mit den Profis aus Pamplona am Dienstag um 18.20 Uhr auf dem Parkplatz der AOL Arena vorgefahren war, lief Bernardo Romeo zunächst in die falsche Richtung. Die Macht der Gewohnheit. Schließlich hatte sich der Argentinier bis zum Januar 2005 in der Kabine der Hausherren umgezogen. Gestern kehrte Romeo mit C.A. Osasuna nach Hamburg zurück, und seine Mitspieler konnten sich ein Lächeln nicht verkneifen, als er sich mit der linken Hand an den Kopf fasste und erst einige Meter vor der Tür zum Umkleidetrakt des HSV kehrt machte.
Seit einem Jahr steht der Angreifer in Pamplona unter Vertrag, in der vergangenen Saison musste er sich jedoch mit der Jokerrolle begnügen. Und auch gegen seine alten Kollegen wird Romeo wohl zunächst auf der Ersatzbank sitzen. Osasunas Trainer José Ángel Ziganda setzte im abschließenden Härtetest gegen Saragossa (2:1) auf das Sturmduo Savo Milosevic und Roberto Soldado, den Zugang von Real Madrid.
"Es ist nicht leicht für mich, in die erste Elf zu kommen", meint Romeo, der jedoch darauf hofft, in der AOL Arena seine Chance zu bekommen. "Ich bin ja nicht in Hamburg, um hier gute Freunde zu treffen und ihnen die Hand zu schütteln. Ich will mit Osasuna in die Champions League."
Ziganda hat sich noch nicht festgelegt, wie die Mannschaft aussehen wird. Dass Romeo für ihn seit der Auslosung der dritten und letzten Qualifikationsrunde zur europäischen Königsklasse ein wichtiger Ansprechpartner ist, daraus macht der Trainer kein Geheimnis. "Es ist doch ganz klar, dass wir uns intensiv über den HSV unterhalten haben. Bernardo kennt diese Mannschaft."
Zu seinen früheren Mitspielern hat Romeo keinen Kontakt mehr, doch mit Landsmann Rodolfo Cardoso, als Jugendtrainer und Talentspäher beim HSV angestellt, verbindet ihn eine enge Freundschaft. "Wir telefonieren oft, aber ich will ihn in keinen Gewissenskonflikt bringen. Daher versuchen wir, nicht zu häufig über das Spiel zu sprechen", erzählt Romeo.
Ganz besonders freut er sich auf die Stimmung in der AOL Arena, den sicherlich freundlichen Empfang durch die Hamburger Fans. "Sie standen immer auf meiner Seite." Dennoch träumt er davon, gegen den HSV zu treffen. "Für mich wäre das wichtig. Aber ich würde nicht überschwänglich jubeln. Dafür liegt mir Hamburg zu sehr am Herzen."
Quelle: Die Welt

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