Schwacher HSV blamiert sich in MoskauNach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel droht dem Hamburger SV das frühzeitige Aus in der Champions League. Bei ZSKA Moskau zeigte die Mannschaft von Thomas Doll ein bemerkenswert schlechtes Spiel und blieb ohne jede Torchance. Ein Stürmer sah auch noch die Rote Karte.
Moskau - Ein Tor des Brasilianers Dudu in der 59. Minute entschied die niveauarme Partie, in der auch die Gastgeber nur wenige gute Szenen zeigten. Dem HSV gelang allerdings fast gar nichts. Trainer Thomas Doll hatte auf Sicherheit gesetzt und für den spielstarken U-21-Nationalspieler Piotr Trochowski den Schweizer Defensivspezialisten Raphael Wicky als zusätzliche Absicherung im Mittelfeld aufgeboten. Damit hielten die Hamburger den Gegner zwar zeitweise in Schach, doch im Spiel nach vorne fehlten jegliche Ideen. In der ersten Halbzeit schossen die Hamburger nur ein einziges Mal Richtung Moskauer Tor - David Jarolim zielte in der 3. Minute weit über die Querlatte. Auch ZSKA brachte zunächst kaum durchdachte Spielzüge zustande, doch im Laufe der ersten Halbzeit steigerte sich das Team.
Nach einer Viertelstunde drehte sich Stürmer Ivica Olic um einen HSV-Abwehrspieler und scheiterte aus sieben Metern am Hamburger Torwart Stefan Wächter, der mit einer Fußabwehr klärte. In der 32. Minute setzte Olic einen Kopfball am HSV-Tor vorbei, kurz vor der Pause verfehlte Dudu per Kopf das HSV-Tor knapp.
In der 59. Minute zielte er dann besser. Nach einer Ecke von Carvalho traf der Moskauer Mittelfeldspieler mit einem Kopfball zum 1:0. HSV-Stürmer Sanogo hatte sich bei seinem Abwehrversuch zuvor verschätzt. Thomas Doll ärgerte sich später insbesondere über diese Szene: "Wir waren wieder bei den Standards unaufmerksam. Es gab eine klare Zuordnung. Wenn man da schläft, dann gerät man 1:0 in Rückstand." Kurz darauf sah ZSKA-Star Vagner Love wegen einer Schwalbe im Strafraum die Gelbe Karte. Von einer Offensive des HSV war auch nach dem Rückstand so gut wie nichts zu spüren. Ohne den verletzten Mittelfeld-Regisseur Rafael van der Vaart wirkten die Angriffsbemühungen hilflos.
Auch die Einwechslungen von Piotr Trochowski und Paulo Guerrero zeigten kaum Wirkung. Die beste Möglichkeit, doch noch einen Treffer zu erzielen, hatte Mehdi Mahdavikia. Doch den Kopfball des HSV-Iraners konnte Torwart Wächter halten - es wäre ein Eigentor gewesen. In der 85. Minuten sah der ebenfalls eingewechselte Benjamin Lauth die Rote Karte wegen eines angeblichen Ellbogenchecks - die TV-Bilder zeigten allerdings, dass die Entscheidung des niederländischen Schiedsrichters Wegereef zu hart war.
Trainer Doll ärgerte sich nach dem Spiel über das fehlende Engagement seiner Mannschaft. "Wir haben zu wenig nach vorne investiert. Es ist unerklärlich, dass wir nach vorne nicht den Mut hatten. Wir hatten mit zehn Mann mehr Situationen vor dem Tor als mit elf. So muss man sich nicht wundern, dass man in Moskau verliert. Es gibt viele Dinge anzusprechen." Im zweiten Spiel der Gruppe G trifft der FC Arsenal heute auf den FC Porto (20.45, Liveticker SPIEGEL ONLINE).
ZSKA Moskau: Akinfejew - Wassili Beresuzki, Ignaschewitsch, Alexej Beresuzki - Semberas (46. Krasic), Rahimic - Dudu, Schirkow - Carvalho (84. Jo) - Vágner Love, Olic (76. Aldonin)
Hamburger SV: Wächter - Mahdavikia, Reinhardt, Kompany, Mathijsen - Wicky, de Jong (69. Trochowski) - Jarolim, Sorin (69. Guerrero) - Ljuboja (80. Lauth), Sanogo
Tor: 1:0 Dudu (59.)Schiedsrichter: Wegereef (Niederlande)Zuschauer: 25 000
Gelbe Karten: Vágner Love / Jarolim, Mathijsen, Sorin
Rote Karte: - / Lauth (86./Tätlichkeit)
Quelle: spiegel

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