2006-10-26

Kirsche bleibt bis 2011

Überraschung: Er unterschrieb schon vor drei Monaten

Robert Enke. Roman Weidenfeller. Oder vielleicht ja doch Timo Hildebrand? Die Diskussionen, wer denn nun ab der kommenden Saison das Tor des HSV hüten könnte, sind in vollem Gange. Der Verein hat sich niemals daran beteiligt. Und setzte nun ein Zeichen, das für Verblüffung sorgte: Sascha Kirschstein verlängerte seinen Vertrag bis 2011, soll zumindest vier weitere Jahre an Bord bleiben. Das vorzeitige Ende aller Diskussionen?

Mitnichten. Die Überraschung, die auf Grund des Zeitpunktes der Verlängerung Kirschsteins die Runde machte, wurde sogleich gemildert. Denn der 26-Jährige unterschrieb seine neuen Arbeitspapiere bereits vor drei Monaten. „Es sind dann immer wieder Dinge dazwischengekommen, die der Bekanntgabe im Wege standen“, ließ Sportchef Dietmar Beiersdorfer verlauten.

Seitdem ist eine Menge passiert. Kirschstein ist längst nicht mehr unumstritten, sah das eine oder andere Mal bei Gegentoren schlecht aus und strahlte zuletzt nicht mehr die von ihm gewohnte Souveränität aus. Kein Grund für Beiersdorfer, an seiner Nummer eins zu zweifeln. „Die Dinge, die zuletzt bei Sascha kritisiert wurden, habe ich auch bei anderen Torhütern gesehen, die mit dem HSV in Verbindung gebracht werden.“

Kirsche selbst will seine Kritiker mit Leistung überzeugen. Die Vorlage dazu gab er höchst selbst – auf seine bekannt zurückhaltende Art. „Ich werde gegen Hannover ein Super-Spiel abliefern“, erklärte der Goalie, „schließlich bin ich ja auch ein super Torwart.“ Unerschütterlich, dieser Kerl.

Dass der HSV sich dennoch weiterhin auf dem Markt umsehen wird, gilt als sicher. So heißt der eigentliche Verlierer Stefan Wächter. Dessen Vertrag endet im Sommer, „er hat aber immer noch die Chance, die Nummer eins zu werden“, bekennt Beiersdorfer. Allein die Leistung sei ausschlaggebend. Viel Zeit wird Wächter nicht mehr bleiben – sein Abschied im Sommer ist mehr denn je programmiert.