Wann schmeißt Doll hin?- Spieler verraten den Coach - Es gibt immer neue Versager - Team liegt in Trümmern - Sonntag droht nächste Pleite
Es begann wie ein Märchen. Gestern vor zwei Jahren übernahm Thomas Doll ein Team, das in Trümmern lag. Mit dem Rücken zur Wand kämpften sie sich frei - angeführt von einem akribisch arbeitenden Dauer-Optimisten: Doll. Bergauf ging es - unaufhaltsam. 24 Monate nach seinem Amtsantritt fällt Doll das Lachen immer schwerer. Die Mannschaft liegt wieder in Trümmern - Auswege nicht erkennbar. Die liebevolle Mehrecksbeziehung zwischen Doll, dem Verein, den Fans, der ganzen Stadt ist in eine heftige Krise geraten. Wie lange erträgt der angeschlagene Coach die Misere noch - schmeißt Dolly hin?
Doll sah verzweifelt aus, wie er im grauen Anzug auf seiner Bank kauerte und dem Treiben machtlos zuschaute. Ein paar Minuten später hatte er sich schon wieder so weit gefangen, um das zu tun, was er immer tut. Bis zur Selbstaufgabe stellt der Trainer sich vor seine Spieler. In jeder Partie gesellt sich ein neuer Versager dazu. Doll spricht trotzdem beharrlich von "klasse Charakteren" in seinem Team und bleibt seiner Linie treu. Er werde keinen öffentlich an die Wand stellen, sagt er.
Zurückbekommen hat er für diese Haltung in dieser Saison noch nichts. Das Team hat den Coach mit seinen Leistungen in die Ecke gedrängt. Die Spieler wissen um ihre Schuld. "Wir müssen hundertprozentig hinter dem Trainer stehen", sagt de Jong, "die Fehler liegen einzig und allein bei uns." Trochowski formuliert die Konsequenz aus der 15-teiligen Reihe der Katastrophen-Vorstellungen: "Es ist traurig, dass er für uns den Kopf hinhalten muss."
Gefordert hat seinen Kopf noch niemand - und das wird auch so bleiben. Klubboss Bernd Hoffmann: "Dass es vom Grundsatz her nicht richtig läuft, hat mit dem Trainer nichts zu tun." Doll ist unantastbar. Das bestätigt auch der Sportchef. "Wir haben viele gute Zeiten erlebt. Dieser schwierigen Situation müssen wir uns jetzt stellen", sagt Beiersdorfer. Ob er in Sorge ist, dass der Trainer vor dieser Situation kapituliert? Beiersdorfer: "Nein." Auch Doll selbst schiebt dieses Szenario noch von sich (siehe Interview). Fest steht, dass keinerlei Anhaltspunkte auf der Hand liegen, die Anlass zur Hoffnung geben. Am Sonntag gehts nach Leverkusen. Nach Lage der Dinge wäre die nächste Pleite nur logisch - vermutlich wird Sergej Barbarez den entscheidenden Treffer erzielen. Den wollte Doll im Sommer nicht mehr haben.
Viel scheint jedenfalls nicht mehr zu fehlen, um den Trainer aus dem Amt zu vertreiben. Dem Märchen droht ein schlimmes Ende.Die Flasche schmeißt Thomas Doll schon mal hin - in Porto flippte der HSV-Trainer aus ob der Mega-Pleite .

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